„Zu jung für Rollen, die man mir gibt“
HHG-Schülerin Mizgin Frotscher gehört zu den Preisträgerinnen des Deutschen Jugendfotopreises
Mit dieser Fotografie hat die HHG-Schülerin Mizgin Frotscher aus der Klasse 9d die Jury des Deutschen Jugendfotopreises überzeugt. Aus mehr als 8.300 Einreichungen wurde ihre Arbeit „Zu jung für Rollen, die man mir gibt“ ausgezeichnet.
Im September 2026 reist die 14-Jährige zur Preisverleihung nach Düsseldorf und erfährt dort, welchen Platz sie unter den Preisträgerinnen erreicht hat.
Ihren Anfang nahm die Erfolgsgeschichte im Kunstunterricht. Dort setzte sich die Klasse intensiv mit dem Deutschen Jugendfotopreis auseinander, analysierte ausgezeichnete Arbeiten vergangener Jahre und diskutierte, was eine überzeugende fotografische Arbeit ausmacht. Für Mizgin war schnell klar: Sie möchte die Herausforderung annehmen und eine eigene Idee umsetzen.
Entstanden ist ein Bild mit einer klaren Aussage. Zu sehen ist ihre jüngere Schwester in einem viel zu großen Anzug ihres Vaters. Die Augen sind verdeckt, der Hintergrund bewusst reduziert. Dadurch richtet sich der Blick unmittelbar auf die Figur und ihre Wirkung.
Die Idee entwickelte sich aus Beobachtungen, die Mizgin in ihrem Alltag macht. Besonders beschäftigt sie die Frage, welchen Erwartungen Kinder und Jugendliche heute ausgesetzt sind. Dabei denkt sie an den Einfluss sozialer Medien, Schönheitsideale und den Druck, bestimmten Vorstellungen entsprechen zu müssen. Der übergroße Anzug wird so zum Symbol für Rollen und Anforderungen, in die junge Menschen oft schon früh hineinzuwachsen versuchen.
Für die Umsetzung erhielt sie Unterstützung aus der Familie: Die Schwester stand Modell, der Anzug stammt vom Vater, und die Mutter half bei der Auswahl der stärksten Aufnahme. Entscheidend für die Bildwirkung war der Kontrast zwischen Kindlichkeit und Erwachsensein. Gerade die Größe des Anzugs macht sichtbar, wie überfordernd manche Erwartungen wirken können.
Bemerkenswert ist auch die Entstehung der Arbeit: Fotografiert wurde nicht mit einer professionellen Kamera, sondern mit dem Smartphone. Obwohl Fotografie bislang nicht zu ihren Hobbys zählt, beschäftigt sich Mizgin schon lange kreativ mit Kunst. Sie zeichnet und malt in ihrer Freizeit und kann sich durchaus vorstellen, später einmal beruflich im künstlerischen Bereich tätig zu sein. Die Aufnahme entstand innerhalb eines Tages. Nach mehreren Versuchen entschied sich die Familie gemeinsam für das überzeugendste Motiv. Anschließend bearbeitete Mizgin das Bild, insbesondere den Hintergrund, um die Aufmerksamkeit vollständig auf die Aussage der Szene zu lenken.
Welchen Platz sie beim Deutschen Jugendfotopreis erreicht hat, bleibt bis zur Preisverleihung offen. Fest steht jedoch schon jetzt: Unter den mehr als 8.300 eingereichten Arbeiten gehört ihre Fotografie zu den besten des Wettbewerbs.
Mizgin freut sich sehr auf die Reise nach Düsseldorf, die sie gemeinsam mit ihrer Mutter antreten wird. Dort erwartet die Preisträger*innen neben der Preisverleihung auch eine Ausstellung der ausgezeichneten Werke.
Anderen Schüler*innen, die kreativ arbeiten oder an Wettbewerben teilnehmen möchten, gibt Mizgin einen einfachen Rat mit auf den Weg: „Einfach machen. Wenn man sich Mühe gibt, gewinnt man immer etwas – vielleicht einen Preis, vielleicht eine Erfahrung. Aber man gewinnt auf jeden Fall etwas dazu.“
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