Im Museum bei Nacht geschieht, was am Tage niemand bemerkt: Die Skulpturen erwachen zum Leben. Kaum sind die letzten Schritte der Besucher verklungen und die Türen geschlossen, beginnen die Skulpturen, sich zu regen und miteinander zu sprechen. Sie tauschen sich aus über das, was sie tagsüber gesehen und gehört haben – flüchtige Blicke der Touristinnen, Rundgänge der strengen Museumsführerinnen, Blicke in den Spiegel vom Modesternchen, das Starren auf das Handy von Jugendlichen, das Dozieren einer Psychologin und deren davon geplagte Assistentin, eine engagierte politische Aktivistin, eine aufmerksame Security und und und.
Am Tag strömen sie alle in die Skulpturensammlung: Sie bleiben stehen, schauen oder tun wenigstens so. Manche bestaunen die Kunst, andere wirken abgelenkt oder desinteressiert. Eigentlich, so scheint es, haben sie alle etwas anderes im Kopf.
Doch dann geschieht etwas Unerwartetes. Die Museumsführerinnen bemerken es als Erste: Das berühmte Lächeln im Louvre ist verschwunden. Ein Schreck geht durch die Räume. Wie kann das sein? Tag für Tag wird das Bild von unzähligen Menschen angeschaut, doch scheint niemand wirklich hinzusehen. Mehr noch, denn auch die Besucherinnen und Besucher, die Museummitarbeitenden nehmen einander kaum wahr. Es ist, als lebten sie nach der Idee: „Siehst du mich nicht, sehe ich dich nicht.“
In diesem entscheidenden Moment jedoch verändert sich etwas. Die Besucher, die Security und alle anderen stehen sich plötzlich gegenüber. Zum ersten Mal schauen sie sich aufmerksam an, von Angesicht zu Angesicht nehmen sie einander wahr. Genau in diesem Augenblick geschieht das Wunderbare: Das verlorene Lächeln kehrt zurück. Ganz vorsichtig legt es sich wieder auf das Gesicht der Mona Lisa.
Was sich auf der Bühne entfaltet, ist ein beeindruckendes Schauspiel und zudem ist das Stück vollständig auf Französisch aufgeführt worden, begleitet von Obertiteln für alle, die die Sprache nicht (mehr) vollständig verstehen konnten.
Ein herzlicher Dank gilt allen, die diesen besonderen Abend möglich gemacht haben: Der Kunstlehrerin Frau Keethapongalan und der Kunstprofilklasse 7c für die eindrucksvollen Selbstporträts an den Wänden und die weißen Masken als stimmungsvolle Kulisse, dem Orchester unter der Leitung von Frau Kastl sowie der Sängerin Alec Demaerel für die musikalische Begleitung. Ebenso ein großes Dankeschön an die Licht- und Tontechnik-AG unter Leitung von Herrn Zimmermann, welche die Inszenierung in Szene gesetzt haben. Der größte Dank gilt den beiden Leiterinnen der Französischen Theater AG, Frau Klaschik und Frau Schönthaler, die dieses Stück geschrieben haben, sowie den Schauspielerinnen, die mit viel Freude und Engagement gespielt haben.
Von Nadja Schmidt
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