Einmal uralte Bücher live sehen, handgezeichnete Karten betrachten und in alten Quellen stöbern – das erlebten die Klassen 8a und 8d am Freitag vor den Osterferien bei ihrem Ausflug ins Hauptstaatsarchiv in Stuttgart.
Zunächst gab es eine Führung, die durch die Bestände des Archivs führte. Schwere Türen, dunkle Magazine – um das fragile Papier zu schützen – und etliche Regalmeter erwarteten die Schülerinnen und Schüler. Dabei wirkten die Papierakten auf den ersten Blick für die Achtklässler nicht ganz so interessant. Dies änderte sich aber spätestens bei den dicken Lagerbüchern, in denen Ländereien, Steuern und Abgaben verzeichnet wurden. Denn hier ließen sich plötzlich ganz bekannte Orte und sogar der Nachname eines Mitschülers finden. So weit reichte die eigene (Namens-)geschichte zurück. So gingen die Schülerinnen und Schüler auf die Suche durch die Regale und entdeckten Nellingen, Köngen oder Denkendorf auf den Buchrücken – geschrieben im Jahr 1554.
Im Anschluss startete dann eine Gruppenarbeit mit „echten“ Quellen, passend zum aktuellen Thema im Geschichtsunterricht: Industrialisierung. Und zugeschnitten auf die Region. So gab es zum Thema Umwelt beispielsweise eine Beschwerde zu lesen, dass der Ruß der Fabrik-Schornsteine dermaßen schwarz färbe, dass sogar die einstmals weiße Katze nur noch graues Fell habe. Auch in einer Arbeitszeitregelung für Kinderarbeit oder einer Fabrikordnung konnte gelesen werden – sofern man sich ein wenig mit Schrift und Sprache des 18. Jahrhunderts auseinandersetzte.

(Julia Schönthaler)